Sandstrahlen

Durch Sandstrahlen können Glasoberflächen gleichmäßig mattiert werden. Ebenso lassen sich matte Gläser durch Ätzen oder Emaillierung/Siebdruck herstellen. Mithilfe der Präzisionsstrahltechnik lassen sich beliebige Motive auf Gläsern realisieren. Einzige Voraussetzung ist eine grafisch klare Zeichnung des Musters.

Schall

Mechanische Schwingungen, die sich in der Luft, im Wasser und Körpern ausbreiten.

Schalldruckpegel

Der Schalldruckpegel ist eine dimensionslose Kenngröße für die Beurteilung von Luftdruckschwankungen, vorwiegend im Hörbereich des Menschen. Seine Einheit ist 1 Dezibel = 1 dB. Die Hörschwelle liegt bei 0 dB (=2 • 10-5 Pa), die Schmerzschwelle bei ca. 134 dB (=100 Pa).

Da sich unser Hörapparat - und unser Gehirn - nicht an absoluten sondern an relativen Schalldruckänderungen orientieren (etwa 10% Schalldruckänderung sind gerade wahrnehmbar) wird der Schall nicht in Form des Schalldruckes sondern mit daraus abgeleiteten logarithmischen Größen, den Schalldruckpegeln Lp angegeben. So bedeutet eine Verzehnfachung des Schalldruckes einen Anstieg des Schallpegels um nur 20 dB.

Schallschutzgläser

Schallschutzgläser sind normalerweise Isoliergläser mit Einzelscheiben aus Verbundglas, die mit Schallschutzgießharz oder Schallschutz-PVB-Folien hergestellt wurden.

Selektivitätskennzahl S

Die Selektivitätskennzahl S bezeichnet das Verhältnis von Lichtdurchlässigkeit zum Gesamtenergiedurchlassgrad.

Shading coefficient

Shading coefficient ist die englische Bezeichnung für den b-Faktor.

Shore-Härte

Die Shorehärte dient der Definition der verschiedenen Härten von Materialien. Zur Messung ragt aus einer Auflagefläche unter Federdruck ein Stahlstift mit festgelegtem Durchmesser, auf den der Gummi aufgedrückt wird. Der Federweg beim Zusammendrücken ergibt den Wert der Shorehärte. Die A-Skala ist für weiche (gummiartige) Werkstoffe, die D-Skala für härtere Werkstoffe vorgesehen.

Schallschutzklassen

Die VDI-Richtline 2719 teilt Fenster und Fassaden in verschiende Schallschutzklassen mit Anforderungen an das bewertete Schalldämm-Maß ein.

Schaumglas

Schaumglas ist die deutsche Bezeichnung für Foamglas; es wird meistens als Isoliermaterial verwendet.

Scheibenzwischenraum (SZR)

Der luft- oder gasgefüllte Zwischenraum bei Isoliergläsern oder Doppelverglasungen wird Scheibenzwischenraum (SZR) genannt. Er ist üblicherweise zwischen 12 mm und 20 mm breit. Eine ältere Bezeichnung ist Luftzwischenraum (LZR).

Schleifen

Durch das Schleifen des Glases werden die nach dem Schneiden noch scharfen Kanten entschärft. Schleifen erfolgt heute nahezu ausschließlich maschinell in Schleifautomaten.

Schleuderverfahren

Glasrohre mit großen Durchmessern > 500 mm werden meist im Schleuderverfahren hergestellt, bei dem die Zentrifugalkraft genutzt wird.

Schmelze

Bei hohen Temperaturen über 900°C - 1000°C befindet sich das Glas in der Schmelze mit einer recht niedrigen Viskosität von ca. 10e4 dPas. In diesem Zustand lässt sich die Glasschmelze verarbeiten.

Schneiden

Zum Schneiden von Glas existieren verschiedene Möglichkeiten, die Häufigste ist das Anritzen der Oberfläche mit einem Glasschneider und Brechen an diesem Riss.

Schubmodul, G-Modul

Der Schubmodul (auch G-Modul, Gleitmodul oder Schermodul) gibt die lineare elastische Verformung eines Bauteils infolge einer Scherkraft an. Sein physikalisches Zeichen ist "G". Er ergibt sich allgemein aus dem E-Modul geteilt durch 2 und geteilt durch 2 x Querkontraktionszahl, also mit der Beziehung G=E/2*(1+u). Für Glas mit  E=70000 MPa und u=0,22 erhält man also 28690 MPa.

Schubverbund

Begriff aus der Mechanik/Statik, der im Glasbau im Zusammenhang mit Verbund-(Sicherheits-)Gläsern verwendet wird. VSG-Scheiben müssen nach den deutschen Vorschriften ohne Schubverbund berechnet werden, sofern dieser günstig wirkt.

Schutzgas

Bei der Herstellung von Glas im Floatvefahren wird im Bereich des Floatbades Schutzgas verwendet, damit das Zinnbad nicht oxidieren kann.

 

Silikon

Durch seine dauerelastischen Eigenschaften ist Silikon (auch Silikonkautschuk genannt) der konventionelle Dichtstoff zum Füllen von Dehnungs-, Rand- und Anschlussfugen. Die Elastizität ist bei Silikon jedoch auf ein Maximum beschränkt (ca. 20 % Dehnfähigkeit). Dass heißt, eine 1 cm breite Dehnungsfuge darf sich gerade einmal um 2 mm erweitern, darüber wird die Silikonfüllmasse abreißen und muss erneuert werden. Deshalb werden mit Silikon verfüllte Fugen auch als Wartungsfugen bezeichnet.

Chemisch gesehen handelt es sich bei Silikon um langkettige Silizium-Sauerstoff-Verbindungen, die sich untereinander vernetzen können. Dadurch ergeben sich neben der Dauerelastizität auch wasser-, farb- und klebstoffabweisende Eigenschaften, weshalb solche Fugen nicht überstrichen werden können.

Silikone werden auch bei Isoliergläsern im Bereich des Randverbundes als zweite Dichtstufe eingesetzt.

Smart Windows

Der Begriff Smart Windows oder Smart Glazing wird für Glasscheiben verwendet, die ihre Eigenschaften hinsichtlich Transparenz und Transluzenz bei Umwelteinflüssen wie z.B. direkter Sonneneinstrahlung ändern können. Teilweise wird auch der Begriff schalt- und regelbare Verglasungen verwendet.

Soft-coating

Soft-coatings werden im Unterschied zu den Hard-coatings nicht direkt während der Floatglasherstellung aufgebracht sondern in einem zusätzlichen Verarbeitungsschritt. Die üblichen Beschichtungsverfahren hierzu sind das Magnetron-Sputter-Verfahren und das Sol-Gel-Verfahren.

Spannungsintensitätsfaktor

Der Spannungsintensitätsfaktor aus der Bruchmechanik beschriebt den Spannungszustand an der Rissspitze. Aufgrund der Rissgeometrie verändert sich der Spannungszustand in einem Körper; die Spannung konzentriert sich genau an der Spitze des Risses.

Spannungsoptik

Mithilfe der Spannungsoptik, einem Teilgebiet der Optik, lassen sich auf experimentellem Weg Spannungszustände in transparenten Bauteilen ermitteln. Dabei können Veränderungen der Spannungen hinsichtlich ihrer Größe und der Lage der Spannungsspitzen bei Veränderung der Belastung des Bauteils sofort verfolgt werden. Trotz der nahezu unbegrenzten Möglichkeiten moderner Software mit der Finite-Element-Methode zur Berechnung von Spannungen werden spannungsoptische Experimente auch heute noch zur Verifizierung numerischer Berechnungsmodelle herangezogen.

Der Aufbau einer einfachen spannungsoptischen Apparatur besteht aus einer Lichtquelle und zwei Polarisationsfiltern.

Spektralbereich

Im Lichtspektrum unterscheidet man verschiedene Bereiche je nach Wellenlänge, z.B. den Spektralbereich des sichtbaren Lichtes oder den Spektralbereich des UV-Lichtes.

Spektrometer

Mit Beschichtungen lassen sich die Eigenschaften von Isolierglas z.B. für den Sonnen- und Wärmeschutz gezielt beeinflussen. So kann durch eine Beschichtung im Scheibenzwischenraum mit reflektierenden Metallen der Sonnenschutz des Glases verbessert werden.

Um die Reflexionswirkung von Beschichtungen auf Isolierglas zu vermessen und damit die Qualität von modernen Isolierglasscheiben zu untersuchen, können Spektrometer verwendet werden. Die Geräte dienen der Darstellung und Ausmessung eines Spektrums.

Spezifische Wärmekapazität

Die spezifische Wärmekapazität gibt an, wieviel Wärmeenergie man einem Stoff zuführen muss, um seine Temperatur um einen bestimmten Betrag zu erhöhen. Die spezifische Wärmekapazität von Glas beträgt 720 J/(kg K).

Spider

Verbindungselement zwischen Glashaltern und Unterkonstruktion, üblicherweise aus Edelstahl oder Gussstahl.

Spiegel

Spiegel bestehen in der Regel aus einem ebenen, klaren oder gefärbten Floatglas, dessen Rückseite mit einer chemisch aufgebrachten, reflektierenden Silberschicht überzogen ist, die durch mehrere Deckschichten geschützt wird.

Spiegelglas

Alter Begriff, der sich auf die Herstellung von Spiegel- oder Fenstergläsern durch nachträgliches Polieren der Glasoberfläche bezieht. Heute ist Spiegelglas durch Floatglas nahezu vollkommen ersetzt, der Begriff findet sich jedoch immer noch.

Splitterbindung

Durch Splitterbindung sollen Verletzungen an zerstörten Glsscheiben verringert werden. Neben Drahtglas, das eine geringe Splitterbindung aufweist, werden heute überwiegende Verbundfolien in VSG verwendet. Es gibt auch Folienprodukte, die nachträglich auf Glas aufgeklebt werden. Man muss allerdings beachten, das diese Folien deutlich kratzempfindlicher als die Glasoberfläche sind.

Spontanbruch

Phänomen, das bei thermisch vorgespannten ESG-Gläsern auftritt. Die Scheiben zerspringen ohne sichtbare äußere Einwirkung; meist aufgrund des Einschlusses von kaum wahrnehmbaren Nickel-Sulfid-Kristallen (Größe um ca. 100μm), die bereits in der Glasschmelze vorhanden sind. Bei einer verzögerten Phasenumwandlung der Kristalle vergrößern diese ihr Volumen und induzieren so eine hohe Zugspannung im Glasinneren, die zum Versagen führt. Die einzige derzeit wirksame Methode gegen Spontanbruch ist der Heißlagerungstest aller ESG-Scheiben.
Spontanbrüche können an ihrem typischen Bruchbild und einer chemischen Analyse der Einschlüsse sicher identifiziert werden, sofern die Bruchstücke der ESG-Scheibe nach dem Bruch noch zusammenhalten.

Sprengwirkungshemmung

Spezialgläser können aus mehrschichtigen Verbundgläsern zusammengesetzt werden, um den Personen- oder Objektschutz bei Explosionen o.Ä. zu verbessern.

Structural (Sealant) Glazing (SG, SSG)

Geklebte, lastabtragende Glaskonstruktionen, bei denen die Scheiben mit einem speziellen Silikonklebstoff (Structural Sealant) direkt auf die Unterkosntruktion (meist aus Aluminium) geklebt werden.

Siebdruck

Mithilfe des Siebdruckverfahrens können sowohl planliegende Werkstoffe als auch beliebig geformte Körper aller Art bedruckt werden. Bei der Bedruckung von Glas wird die Oberfläche nicht vollflächig emailliert, sondern mit einem Muster versehen, das sich aus dem gewählten Siebdruck ergibt und in der Regel aus einem gleichmäßigen Punkt- oder Linienraster besteht, aber auch frei gestaltet werden kann.

Dazu werden die Farbauszüge eines Bildes oder einer Grafik auf ein lichtempfindliches beschichtetes Drucksieb mit einer UV-Licht-undurchlässigen Tinte geplottet. Anschließend wird das Sieb mit UV-Licht belichtet und ausgewaschen. Die UV-gehärteten Stellen verbleiben auf dem Drucksieb. Nacheinander wird im Folgenden jede Farbschicht mit dem jeweiligen Sieb auf das Glas aufgebracht und getrocknet. Nach der Siebbedruckung wird das Glas thermisch behandelt. Dabei werden die Farben fixiert und das Glas zu ESG oder TVG weiterbehandelt.
 
© 2012 Glas Stebani